Meine ziemlich bedürfnisorientierte Erziehung - Wutanfälle & Co.

Hallo Pfupfis

 

Vor einigen Tagen habe ich euch auf Instagram das erste Mal in meiner - nennen wie sie mal so - ziemlich-bedürfnisorientierte-Erziehung mitgenommen. Das erste Mal - nur ein Stückchen - weil ich schon mehrmals über einem bestimmten Thema direkt gefragt wurde. Bis anhin habe ich nicht darüber geschrieben oder erzählt. Für mich stimmt es so und - ausser jemand fragt mich - will ich niemandem meine Gedanken anzwingen (sagt man das so?). Ich mach’s einfach wie es für mich stimmt. Wenn mich jemand dann fragt, ok, sehr gerne, ansonsten lass ich es lieber sein.

 

Bevor ich anfange: DAS SIND MEINE GEDANKEN, DAS IST DAS, WAS SICH BEI MIR GUT UND RICHTIG ANFÜHLT. Das was für mich richtig ist, ist es vielleicht nicht für dich. Oder vielleicht doch. Oder vielleicht öffne ich dir neue Türen und „ziehe dich auf einem neuen Weg, wie ich auch gezogen wurde“. Oder vielleicht erinnerst du dich plötzlich an gewisse Situationen aus deiner Kindheit, wo du „nicht verstanden“ wurdest, und denkst, hej die Vali hat doch nicht ganz Unrecht? 

 

Viele Mamis (und sogar Nicht-Mamis) haben sich danach bei mir für die Worte bedankt. Ich weiss, dass heute noch die Mehrheit da draussen „anders tickt“. Die Mehrheit hat’s „anders gelernt und geerbt“. Ich ja auch, ich hab mich aber entschieden was zu ändern. Ich war überrascht, wie viele sich gemeldet haben. Auskotzen tut gut, wenn man weiss, „sie“ versteht mich. 

 

Deshalb schreibe ich heute mal einen Artikel darüber. Was ICH über Erziehung oder Nicht-Erziehung denke, was sich bis heute bei uns bewährt hat. Dazu habe ich auch meine Community gefragt, ob sie bestimmte Fragen hat... ob jemand wissen will, wie die Vali in einer bestimmten Situation reagiert. 

Vor 5 Jahren hätte ich mich als Mama nie so vorgestellt. Ok, eigentlich sogar in der Schwangerschaft. Bis ich mir doch fragte, ob die Erziehung, wie die meisten sie kennen (vor allem im Südlichen) wirklich das richtige ist. Sowieso stelle ich mir diese Frage (ob es das richtige ist) in jeder Lebenslage und fast in jedem Thema. Mach das auch mal, du wirst überrascht sein, was man dabei alles lernt - ganz einfach nur mit einem "in Frage stellen". Mal von einer anderen Perspektive schauen. Infos aus anderen Quellen holen. Es ist manchmal echt verblüffend und öffnet die Gedanken zu einer wunderbaren unendlichen Welt! Und das Schöne dabei? Schlussendlich entscheidest dann DU! 

Die einflussreichsten Quellen, die mich auf einem anderen Weg gezogen haben sind eine Mama und ein Buch. Die Wiebke von "Piepmadame" und das Buch "das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn". Deshalb auch hier zur Klärung: all das, was ich heute erzähle, stammt nicht (nur) von mir. Ich habe vieles gelesen, recherchiert und aufgesaugt. Am meisten bei diesen zwei Quellen.

Die Geburt. Ein kleines Wunder. Ein wunderschönes Baby, einfach perfekt. Genau: PERFEKT!

 

Später fängt dieses kleine Wunder ein eigenständiger Mensch zu werden, es merkt dass es keinen Zusatz von Mama ist, sondern ein Mensch für sich! Es entwickelt eine eigene Persönlichkeit und diese mag er auch zeigen. Und was passiert dann? "Wir" versuchen es zu verbiegen, zu formen, zu steuern, zu "erziehen"... So wie die Regeln, die dieser „man“ mal gestellt hat nun mal sind. Das macht MAN und das macht MAN nicht. 

 

Ich werde dich überraschen aber... Das Ganze Verbiegen ist NICHT NÖTIG. Das Kind ist seit Geburt perfekt. Es will den Eltern gefallen und es schaut sich alles ab! 


Schnuller, Trockenwerden & Co.

Es muss bis dato laufen, trocken sein, keinen Schnuller mehr brauchen, alleine durchschlafen... warum? Naja, weil die Statistiken das sagen! 

 

Es muss genau gar nichts! Die Natur macht alles genau richtig. Ein Kind hat seinen eigenen Rhythmus und der gleicht keinem anderen. Wir sind Menschen und keine Maschinen! Und glaub es mir, wenn das Kind selbständig entscheiden kann, wann es ready ist für den nächsten Schritt, wird es nie wieder den Schnuller fragen, wird nie bis selten Pipi Unfälle haben und und und. Weil ES gezeigt hat, "JETZT bin ich soweit".
Warum aber Eltern manchmal unter Druck kommen? Vielmals ist es halt der Umfeld. Und die Angst. Angst was Person XY denkt. Angst, dass das Kind es alleine nicht schaffen wird.
Aber glaubst du wirklich, dass dein Kind mit 32 noch Windeln tragen wird? Der richtige Zeitpunkt kommt für alle! Früher oder später. Hab Vertrauen in deinem Kind, und LASS IHN KIND SEIN! Wenn du es wirklich animieren möchtest, dann frage ihn einfach, ob er soweit ist. Ob er es ausprobieren will. Sagt er nein, dann akzeptiere das und frage zu einem späteren Zeitpunkt wieder. Und bitte zum Güggeli hör nicht auf die Besserwisser! 
Beispiel meines Sohnes: er hat das Baden immer geliebt. Plötzlich hat ihm irgendwann irgendetwas erschrocken und seit diesem Tag wollte er einfach nie wieder baden oder duschen. Nicht als "Trotz", ich merkte, dass er wirklich ANGST hatte von der Badewanne. Zuerst dachte ich, die Angst würde am nächsten Tag verschwinden aber nichts. Das zog sich in die Länge und ich musste ihn ziemlich lange, geduldig wie die Neugeborenen mit der "Katzenwäsche" waschen. Das ging, aber nur im Lavabo! Ich fragte ihn dann ab und zu, ob er jetzt wieder baden will... "nein". Ok, ist in Ordnung! Ich hab ihm auch gezeigt wie ich dusche und wie mir nichts passiert :-) Dann kam mir eine simple Idee... Ich hab ihn gefragt, ob er denn mit einer Schwimmwindel denn baden würde. Plötzlich meinte er "ja"! Ok, er machte zwar keine Freudensprünge, und die ersten Malen musste er im Stehen baden, weil er einfach die Badewanne nicht berühren wollte ausser mit den Füssen, hab ihn auch nur gewaschen, wenn ich sein OK hatte. Mit ganz viel Respekt und Geduld. Es wurde immer besser. Er entschied den Rhythmus. Nicht ich! Und heute? Heute will er wieder nicht mehr raus aus der Badewanne! Er lässt sich sogar die Haare shampoonieren und auswaschen, was früher gar nicht toll war. Es löst sich alles, gebt ihnen die Zeit, habt Vertrauen, Geduld und immer Respekt!
Und da ich es hier oben erwähnt habe, auch noch dieses Thema: ein Kind muss auch nicht durchschlafen und muss nicht alleine schlafen, wenn er eine Bezugsperson braucht. Wie lange habe ich gedacht, da stimme etwas nicht mit meinem Baby! Er sollte doch ab 4 Wochen, 2 Monaten, 4 Monaten endlich durchschlafen! Bis ich meine Einstellung geändert habe. Kein Mensch muss durchschlafen. Wir Erwachsenen schaffen’s nicht mal immer! Und wenn das Kind in DER DUNKLEN NACHT, einsam in seinem Bettchen liegt und seine Mama sucht, na dann, dann bin ich da! Ich habe mein Kind nie schreien lassen. Ich könnte das nie tun. Wenn er mich ruft und ich kann grad nicht, dann spreche ich zu ihm. Er solle kurz warten, Mami kommt bald. Mami ist aber immer für ihn da! Er kann auf mich zählen und mich vertrauen. Immer! 
Ja staunste gäll? Da hast du ein Kind, und es hat nicht nur die Hauptbedürfnissen (Hunger, Durst, Hygiene& Co) sondern verlangt noch Liebe und Geborgenheit? OMG, sonst noch was?
Eben! Hört sich hoffentlich für dich auch doof an. 

Der Wutanfall

Bei den ersten Wutanfällen wusste ich wirklich nicht wie reagieren. Und ich spreche da nicht von ein Bisschen Jammern! Oder Aua-Weinen. Sondern die richtigen Wutanfällen. Die richtigen Explosionen!

 

Einige wichtige Infos die du über Wutanfälle wissen solltest

  • Wutanfälle sind notwendig. Die sind GUT! Die gehören zur Entwicklung dazu. Das Kind spürt plötzlich Gefühle und Emotionen, die er nicht kennt und nicht zuordnen kann. Die überrumpeln ihn.
  • Egal wie schlimm es für dich ein solcher Wutanfall ist, für das Kind ist es ein x-Faches schlimmer!
  • Während einem Wutanfall kann ein Kind NICHT GUT AUF VERBALER SPRACHE HÖREN. Er ist wie in einer anderen Welt. Nonverbale Sprache funktioniert noch, und genau da liegt die Chance, ihn in einem solchen Fall zu erreichen. 

Es gibt verschiedene Arten von Wutanfall-Beispiele. Ich nenne mal zwei Beispiele:

  • Es kann sein, dass das Kind sich den ganzen Tag angepasst hat, um den Eltern und den Erwachsenen zu gefallen. Denn ein Kind will das: DEN ELTERN GEFALLEN! Es hat seine Wut einfach runtergeschluckt. Dann musste er aufstehen, musste aus dem warmen Pijama raus, dann durfte er sich nicht selber anziehen, weil es zu lange dauerte, dann durfte er kein Schokolädli essen, dann musste er sofort die Zähne putzen, obwohl er noch gerne 5 Minuten gespielt hätte, dann musste er sein Lieblings-Spielzeug zu Hause lassen, weil er es in die KiTa nicht mitnehmen konnte. In der KiTa musste er sich auch den ganzen Tag an den Regeln halten. Dann kommt er nach Hause abends und die Banane bricht ab. Da explodiert es. Wir denken "also im ernst jetzt, wegen einer abgebrochenen Banane?" dabei steckt so viel weiteres dahinter. Das Kind muss jetzt das ganze Angestaute einmal rauslassen. Kann dir das Ganze aber NICHT erklären.
  • Das Kind liebt ganz klare Prozesse. Ich schäle die Banane, ich esse die ganze Banane, die Schale wird dann entsorgt. Passiert es dann, dass die blöde Banane abbricht, ist das wie ein Fehler im System. Du lachst vielleicht, aber für ein Kind ist das alles andere als lustig. Er weiss ganz genau wie der Prozess läuft und ist noch lange nicht so weit, einfach ganz flexibel und spontan den Prozess anzupassen. Es versteht nicht "ach egal, dass die Banane jetzt abgebrochen ist, ich kann ja beide Teile einfach nacheinander essen“. Und um ganz ehrlich zu sein, du nervst dich ja auch wenn dein Zug verspätet oder gar nicht eintrifft ;-)

So und jetzt? Wie hilft man so einem Kind am Besten, schnell(er) und doch abschliessend und schonend aus diesem Wutanfall rauszukommen?

 

Meinst du hilft es ihm, wenn du ihm sagst: "tu nicht so, stell dich nicht so an! hör auf! dann gebe ich die Banane halt einem anderen Kind! wenn du jetzt nicht aufhörst, dann....! Dann geh jetzt sofort ins Bett ohne zu essen!" Ich weiss nicht, wie es dir geht, aber ich krieg Bauchschmerzen schon nur beim Schreiben! Weil da versteht man das Kind einfach NICHT! Und hej, wir sind die Erwachsenen, wir haben sie zu verstehen, nicht sie uns. Sie brauchen noch viel, viiiiiel Zeit, um zu lernen, wie man Stress bewältigt.

 

Und was tut denn Vali? 

 

Bei uns hilft die folgende Methode sehr. Mein Sohn hat eher selten Wutanfälle, aber auch er wird natürlich nicht verschont, denn sie gehören zu diesem Alter dazu. 

 

Was ich tue? 

 

  • Erstens Mal gehe ich auf Augenhöhe. Ich schaue ihm in die Augen und zeige ihm mit meinem Blick, dass es mir leid tut, dass er jetzt so fühlt. 
  • Manchmal helfe ich mir mit Wörter, obwohl er in so einem Moment nicht alles versteht und zwar, erkläre ich ihm mündlich, was er gerade fühlt. Denn er kann's NOCH NICHT einordnen. In ruhiger Stimmlage also zum Beispiel "du bist gerade sehr wütend/traurig/enttäuscht, weil die Banane abgebrochen ist, du hättest sie nämlich gerne ganz gegessen". Es spielt auch nicht so eine grosse Rolle was man sagt, aber das wie ist entscheidend! 
  • Und dann? ICH BIETE ihm eine Umarmung an. Ich FASSE IHN ABER nicht an, ohne seine "Bewilligung"! Ich biete es an. Viele Kinder mögen in so einem Fall gar keinen Körperkontakt. Mein Sohn kommt (bis jetzt) dann immer zu mir und lässt sich so trösten. Dann lass ich ihn auch weinen, er soll alles rauslassen und dann beruhigt er sich langsam. 

Es soll einfach verstehen, dass es auch OK ist, wütend, enttäuscht, traurig, genervt zu sein! Er ist ein Mensch, keine Maschine (ich weiss, ich wiederhole mich). Das gehört auch dazu!  

 

Und überraschenderweise, sind die Wutanfälle ziemlich schnell vorbei. Ich glaube unser längster Wutanfall dauerte einmal fast 30 Minuten. Damals kannte ich aber diese Methode nicht. Ansonsten kann ich ihn so (holz alänge) bis jetzt nach 5 höchstens 10 Minuten beruhigen und aus der Situation rausholen. 

 

Jedes Kind ist aber anders! Bitte probiert aus, versucht es, aber tut's immer mit Liebe, RESPEKT und Verständnis.

Die Einkaufsladen-Katastrophe

Das ist der typische Fall und einer der beängstigenden für ein Elternteil *ggg*. Man geht einkaufen und man kommt bei den Spielsachen vorbei. Das Kind will etwas, die Mama sagt nein. Wutanfall vorprogrammiert.

     

  • Wenn ich mir im Moment wirklich kein Spielzeug leisten kann, dann vermeide ich diese Situationen einfach! Weil er einfach noch zu klein ist, um die Sache mit dem Geld zu verstehen. Du kannst es gerne erklären, um es zu verstehen, also so richtig, werden noch einige Jahren vorbeigehen müssen.
  • Wenn ich aber KÖNNTE, dann mache ich manchmal auch bewusst einen Spaziergang durch die Spielsachen-Ecke. Sohnemann mag auch einfach alles anzuschauen. Wenn man genügend Geduld hat, wird er zwar dir 746 Spielzeuge in den Händen drücken, aber dann - nach langer Zeit, hab ja gesagt es braucht Geduld ;-P - doch nichts wollen. Das ist so wie bei uns Frauen, dieses einfach "Augen sättigen" beim Kleider-Shoppen oder eben nicht-Shoppen ;-) Ich hab's mehrmals versucht, es funktioniert ab und zu! 
  • Es gibt aber natürlich auch diese seltenen Momenten, wo er sich doch mega in einem Spielzeug verliebt. Und er einfach nicht locker lässt.
    Dann frage ich mich, kann ich es mir leisten? Ich denke nicht ans Verwöhnen. Ich meine, hallo: ich selbst kaufe mir auch gerne Kleidung und Schminke. Ich weiss, da werden viele die Augen verdrehen.
    Wenn ich aber das Spielzeug jetzt wirklich nicht kaufen KANN, dann sind wir Eltern (ICH AUCH!) manchmal Lügner. Wir erfinden Ausreden um das Spielzeug nicht kaufen zu müssen. Aber das Kind ist nicht dumm. Ich muss mich auch einige Male auf die Zunge beissen (warum habe ich das gesagt???). Also sei einfach ehrlich! Und ja, es kann sein, dass es halt dann frustriert ist und einen Wutanfall kriegt. Dann reagiere ich wie obenerwähnt und versuche ihn aus dem Ort wegzuschaffen, in einem ruhigeren Moment des Wutanfalls. Und da gilt: BLÖDE BLICKE VON DEN ZUSCHAUERN ZU IGNORIEREN! Es geht jetzt um dich und dein Kind. Er braucht dich, um aus dieser Frustration rauszukommen. Und ich mag keine Machtspiele „weil ich das sage!“ geht für mich gar nicht. 

Essensverweigerung

 

Sohnemann war immer ein guter Esser *holz alänge*, vielleicht auch, weil ich ihm immer auch spielen gelassen habe. Mit Essen Spielen heisst nämlich Entdecken. Ist es warm? Ist es kalt? Wie fühlt es sich an? Wie ist die Konsistenz? Das alles gehört zum Entdecken dazu und ist "gesund". Und ja, die Mama muss danach sowieso putzen, dann ist es ja auch egal ob es einige Klecker mehr gibt?!? Dafür lernt das Kind schneller mit Essen umgehen. Ich hab die Geduld investiert :-P

 

Heute isst Sohnemann selbständig MEISTENS mit Gabel und Löffel. Ausser Penne. Da muss er immer jeden Finger in einer Penna reinschlüpfen und "Mami Finger" singen... erst nach der Strophe wird die Penna gegessen :-D 

  • Aber er hat auch ab und zu das Essen verweigert. Ich war da immer locker, will er nicht am Tisch? Ich gehe als Vorbild einfach am Tisch „Mami hat aber Hunger und isst jetzt“ und habe angefangen zu essen und zu geniessen. Plötzlich sass er doch neben mir und fing an zu essen. 
  • Es gab aber auch Situationen, da kam er am Tisch und meinte "das habe ich nicht gern". Dann frage ich ihn, wie er das wissen kann, wenn er es nicht ausprobiert habe. "Nein! nicht gern"! Also hat ihm mein Mann mal etwas angeboten: "nimm einen Biss, und wenn es dir wirklich nicht schmeckt darfst du gehen". Sohnemann probiert ein Bissen und meint "oh, hab doch gern!" 
  • Es gab aber auch Situationen, wo er es wirklich nicht gerne hatte. Dann biete ich ihm einfach etwas anderes an. Für mich als Elternteil ist es wichtig, DASS ER was ISST. Und nie als Zwang.

Denn Essen darf nie als Zwang da stehen! Essen soll schön und angenehm sein, die Zeit am Tisch soll ein Genuss sein. Ich will, dass er ein gesunde Assoziation zum Essen hat. 

 

Und übrigens, ich hasse auch Koriander und all die, die mich zwingen würden es zu essen :-P

Zusammenarbeit, Mitarbeit

 

Ich wurde auch gefragt, wie ich über z.B. Mitkochen denke. UNDBEDINGT! Ich glaube viele haben's mitgekriegt. Sohnemann darf alles ausprobieren, was ihm interessiert. Klar braucht es Geduld seitens Eltern, aber wenn man es mal lässt, dann kann das Ganze auch spassig sein ;-) Mein Sohn darf mitkochen (natürlich alles kindgerecht), darf meine Zähne putzen, weil ich seine ja auch darf, darf auch putzen, wenn er dazu Lust hat... Nur so kann ein Kind lernen! Wenn er Freude und Interesse an einer Erwachsenen-Tätigkeit hat, dann lasst ihm das tun :-) 


Was ist eigentlich mit dem Partner? Macht er mit? Diese Mentalität und Denkweise stammt schon von mir. Ich merke aber, dass mein Mann es versteht und sich in vielen Hinsichten auch angepasst hat. Er sieht die Logik dahinter ;-) Ich schätze das so unglaublich sehr! Und ja, ab und zu rutscht eine alte Erziehungsmethode raus, aber man sieht ziemlich schnell, was das für Katastrophen auslöst :-P Perfekt sind wir nicht. Aber wir arbeiten daran *LOL*.

Mit dieser Art (bedürfnisorientiert) ist nicht das Kind der Chef. Es ist genau NIEMAND der Chef. Wir sind ein Team. Alle Bedürfnisse sind wichtig, die von Mama, die von Papa und die vom Kind. Und nicht nur die von den Eltern, weil sie eben Erwachsenen sind.

 

KOMMUNIKATION, LIEBE, RESPEKT UND VOR ALLEM EINE VORBILDFUNKTION ist das Wichtigste dabei!

 

Ich denke es ist klar, dass ich nicht von gefährlichen Situationen spreche, wo der Elternteil DIE FÜHRUNG NEHMEN MUSS! Das ist wohl für alle klar, aber zur Sicherheit erwähne ich das noch. Das Kind sieht noch keine Gefahr. Das ist die Aufgabe des Erwachsenen. 

 

Aber ansonsten, im Alltag, hat auch ein Kind seine Stimme. Und hat Recht auf Respekt und Liebe. Und vor allem, ES DARF EINFACH KIND SEIN, solange er KIND ist!

 

Vielleicht denkt jetzt jemand, dieses Kind muss ja "verwöhnt" sein (was auch immer man mit diesem VERWÖHNT versteht).

 

Jeder Mensch, der Sohnemann kennegelernt hat (inkl. Arzt!) weiss, dass Sohnemann sozial sehr weit ist, er sagt Bitte und Danke (weil er es abgeguckt hat, auch wenn er sie manchmal noch verwechselt :-D), kann mit anderen Kindern und Erwachsenen spielen und sich unterhalten, passt auf kleineren Babies auf, streichelt und gibt ihnen die Schnuller wenn sie weinen, und schimpft wenn ein Kind ein anderes schüpft oder ihm „aua“ macht. Er motzt wenn jemand lauter wird. Er macht Komplimente. Er teilt gerne! 

 

Ich vertraue meinem Sohn. Ich liebe ihn. Ich respektiere ihn.
P.S. Niemand ist perfekt. Auch ich habe nicht immer die selbe Geduld und die selbe Kontrolle. Aber Übung macht den Meister. Ich wünsche mir es gäbe aber mehr Liebe und Respekt. Deshalb fange ich bei meinem Kind an. 
XOXO
Vali

Und noch was: grazie mamma!